Wir können von einem Ergebnis ausgehen – oder wir können es erwarten. Sprachlich liegen diese Begriffe nah beieinander. Betrachten wir jedoch die dahinterliegende Grundeinstellung genau, zeigt sich ein fundamentaler Unterschied: Das eine ist ein energetischer Dauerstressor, das andere das Fundament für echtes Manifestieren.
Was ist der Unterschied zwischen Erwartung und Annahme?
Das Erwartete Ergebnis
Die Erwartung richtet sich auf das Eintreffen eines bestimmten künftigen Ergebnisses. Sie verlangt Vorstellungskraft, gleichzeitig hält sie uns in einem ständigen Zustand der Spannung (englisch „stress“ genannt), ob denn das vorgestellte Ergebnis tatsächlich eintreffen wird. Dafür wandert unser Verstand ständig in die Zukunft und nimmt unseren Fokus mit; während unsere Körperzellen in der Gegenwart verweilen, fehlt ihnen unsere Aufmerksamkeit für das Hier und Jetzt.
Das kostet enorm viel Gedankenenergie. Bleibt das Erwartete aus, fühlen wir uns enttäuscht – und je höher die Erwartungshaltung, desto heftiger die Gefühle. So manches Mal sind unsere Erwartungen unbewusst und wir bemerken sie erst, durch die Heftigkeit der erlebten Enttäuschung. Allein dieses Wort sollte schon zu bedenken geben, welcher Täuschung wir uns da selbst hingegeben haben.
Das Erstaunliche: Selbst wenn eine Erwartung erfüllt wird, bringt sie selten pure Freude, stattdessen ein Gefühl von Genugtuung und im Recht zu sein. Reines Futter für das Ego.
Das Erwartete Ergebnis
Die Annahme hingegen bedeutet, mit einem Umstand einverstanden zu sein, ihn also zu akzeptieren, wie er erscheint, wobei es dafür keine Beweise geben muss, dass der Umstand tatsächlich so ist oder sein wird. Es ist wie eine bewusste Erlaubnis: Es darf sein.
Dafür bedarf es keines großen Kraftakts. Wird das Einmal vorgestellt über gedankliche Anker (z. B. Affirmationen) oder Bilder (z. B. Vision Board) mit Gefühlen verbunden, die sich im Hier und Jetzt erspüren lassen, bleibt die Aufmerksamkeit in der Gegenwart, der Verstand geht nicht unnötig auf Reisen. Der Erwartungsdruck bleibt aus. Die Annahmeformel „So sei es und so ist es!“ bringt es hervorragend auf den Punkt. Für den Körper gibt es kein Gestern oder Morgen – ein „So sei es“ wirkt wie ein direkter Steuerbefehl im Jetzt.
Während das Erwarten uns auslaugt, weil alles vom exakten Eintreffen abhängt, schenkt uns die Annahme die innere Selbstbestimmtheit, klar und kraftvoll zu handeln.
Wenn Du Dir das nächste Mal vorstellst, wie etwas sein soll… was wählst Du: zu erwarten – oder es anzunehmen?